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    "title": "Bew\u00e4sserung d\u00e4mpft Hitzeextreme",
    "modified_at": "2020-01-23 11:55:24",
    "published_at": "2020-01-15 14:20:33",
    "url": "https://press.vub.ac.be/bewasserung-dampft-hitzeextreme",
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    "culture": "de_DE",
    "language": "DE",
    "slug": "bewasserung-dampft-hitzeextreme",
    "body": "<p>&nbsp;</p>\n<p><strong>Ein internationales Forscherteam unter Leitung von professor Wim Thiery, Klimatwisschenschaftler der Vrije Universiteit Brussel sowie</strong> <strong>Sonia Seneviratne, Professorin f&uuml;r Land-Klimadynamik an der ETH Z&uuml;rich, fanden Hinweise darauf, dass intensive k&uuml;nstliche Bew&auml;sserung in Landwirtschaftsregionen Hitzeereignisse, die durch den Klimawandel verst&auml;rkt werden, abfedert. Besonders stark ausgepr&auml;gt ist der Effekt in S&uuml;dasien.</strong></p>\n<p>Grossfl&auml;chige Bew&auml;sserung von Agrarland beeinflusst in verschiedenen Regionen der Welt die klimatischen Bedingungen, insbesondere Hitzeextreme. Doch wie die Klimaeffekte der Bew&auml;sserung im Vergleich zu denen der globalen Erw&auml;rmung aussehen, ist bislang weitgehend unbekannt.</p>\n<p>In einer neuen Studie hat nun ein internationales Forscherteam den Einfluss der Bew&auml;sserung genauer untersucht.</p>\n<p>Mit Hilfe von Beobachtungsdaten und globalen Klimasimulationen trennten die Forschenden die klimatischen Auswirkungen der Bew&auml;sserung von der Erw&auml;rmung durch nat&uuml;rliche und menschgemachte Klimafaktoren, vor allem Treibhausgasemissionen. Die Studie erschien soeben in der Fachzeitschrift &laquo;Nature Communications&raquo;.</p>\n<p><strong>K&uuml;hlende Wirkung an heissen Tagen</strong></p>\n<p>Die Beobachtungs- und Modellergebnisse best&auml;tigen, dass grossfl&auml;chige Bew&auml;sserung die Intensivierung von Hitzeextremen als Folge des Klimawandels verringert, vor allem in S&uuml;deuropa, Nordafrika, S&uuml;dasien und den Vereinigten Staaten. Zudem kompensiert die Bew&auml;sserung in diesen Regionen auch das h&auml;ufigere Auftreten von extremen Hitzetagen effektiv: In S&uuml;dasien und insbesondere in der Indus-Ganges Ebene verringerte sich die Wahrscheinlichkeit von Hitzeextremen lokal sogar um den Faktor zwei bis acht.</p>\n<p>&laquo;<em>Die Klimaerw&auml;rmung f&uuml;hrt fast &uuml;berall auf der Welt zu mehr und st&auml;rkeren extremen Hitzeereignissen. Intensive und grossfl&auml;chige Bew&auml;sserung hebt diesen Effekt allerdings regional auf oder kehrt ihn sogar um</em>&raquo;, sagt Erstautor Wim Thiery. Er f&uuml;hrte die vorliegende Studie w&auml;hrend seiner Zeit als Postdoktorand am Institut f&uuml;r Atmosph&auml;re und Klima der ETH Z&uuml;rich durch. Inzwischen hat er eine Stelle als Assistenzprofessor an der Universit&auml;t Br&uuml;ssel angenommen.</p>\n<p>&laquo;<em>Ohne den k&uuml;hlenden Effekt der k&uuml;nstlichen Bew&auml;sserung, deren Fl&auml;che sich im 20. Jahrhundert mehr als vervierfacht hat, w&auml;re es dort an den sehr heissen Tagen noch heisser geworden</em>&raquo;, erg&auml;nzt ETH-Professorin Seneviratne.</p>\n<p><strong>Wird der Nutzen weiterbestehen?</strong></p>\n<p>Die d&auml;mpfende Wirkung der Bew&auml;sserung beschr&auml;nkt sich auf jene Regionen, in denen besonders stark bew&auml;ssert wird. Oft handelt es sich dabei um dicht besiedelte Gebiete, so dass aktuell rund eine Milliarde Menschen davon profitieren. Dank der Bew&auml;sserung sind daher weit weniger Menschen heissen Extremen ausgesetzt als dies aufgrund der globalen Klimaerw&auml;rmung zu erwarten w&auml;re.</p>\n<p>Es ist jedoch fraglich, ob der k&uuml;hlende Effekt der Bew&auml;sserung auch in Zukunft bestehen bleibt: Sinkende Grundwasserreserven und schwindende Gletscher, etwa im Himalaya, k&ouml;nnten die verf&uuml;gbare Wassermenge langfristig verringern. &laquo;<em>Neben einer m&ouml;glichen Stagnation oder sogar Abnahme der weltweiten Bew&auml;sserungsfl&auml;che k&ouml;nnte die Landwirtschaft das Wasser zudem k&uuml;nftig effizienter nutzen, um Wasserressourcen zu schonen</em>&raquo;, bedenkt Thiery. Damit w&uuml;rde der K&uuml;hleffekt kleiner, und die Hauptbew&auml;sserungsgebiete der Welt w&uuml;rden w&auml;rmer. Dieses Szenario einer in Zukunft begrenzten Bew&auml;sserung und deren Folgen sind allerdings noch hypothetisch. Die Forschenden wollen diese Frage in einer weiteren Studie angehen.</p>\n<p><strong>Referenz</strong></p>\n<p>Thiery W et al. Warming of hot extremes alleviated by expanding irrigation. Nature Communications, doi: <a href=\"https://doi.org/10.1038/s41467-019-14075-4\" style=\"color:#0563c1; text-decoration:underline\">10.1038/s41467-019-14075-4</a></p>\n<p><strong>Kontakt:</strong></p>\n<p>Wim Thiery</p>\n<p><a href=\"mailto:Wim.thiery@vub.be\" style=\"color:#0563c1; text-decoration:underline\">Wim.thiery@vub.be</a></p>\n<p>0485 708 018</p>",
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